„Mein gesunder Start 2018“ lautete der Aufruf von Esther Natschack zur Blogparade. Diesem Aufruf folge ich liebend gern. Vielen dank liebe Esther, dass ich dabei sein darf!

So wird deine Küche zum Coolness-Faktor!.

Ich höre es immer wieder: „Ich würde mich ja so gerne einen gesunden Familientisch haben. Mich und die Kinder gesünder ernähren, ABER die Kinder ziehen nicht mit“. In diesem Artikel räume ich mit einigem auf, indem ich behaupte:

„Da haben deine Kinder großartige Erziehungsarbeit geleistet!“

Wow, was für ein Statement!

Wie komme ich dazu so etwas zu behaupten?

Nun, weil es so ist ;-).

Kein Kind wird mit fehlendem „Gemüse-Gen“ geboren. Wenn Kinder von Natur aus kein Gemüse essen würden,  hätte es leider nicht bis in dieses Jahrtausend geschafft.

Was ist es, warum Kinder heute bestimmen, was es zu Essen gibt?

Die einfache Antwort – weil wir in einer Zeit leben, in der es möglich ist.

Gesunder Familientisch – war es früher leichter?

Ich gehe gedanklich gerne mal zurück. Bei mir reicht es mir die Kindheit meiner Mutter vorzustellen. Aus ihren Erzählungen weiß ich, dass Essen nicht unbedingt knapp war, denn Oma hatte einen großen Garten. Aber es wurde mit viel Einsatz meiner Oma angebaut. Wenn ich mich an meine Oma erinnere, dann trägt sie noch die klassische Kittelschürze und schwingt den Kochlöffel. So wunderbar meine Oma immer zu mir war, denn für mich wurde immer Puddingsuppe gekocht ;-), kann ich mir trotzdem gut vorstellen, was meiner Mutter geblüht hätte, wenn sie das Essen verschmäht hätte.

Nun will ich überhaupt kein Loblied auf die Erziehungsmethoden der Fünfziger Jahre singen. Aber was damals anders war als heute. Es wurde teilweise noch selbst angebaut oder aber war vergleichsweise teuer. Das Fast-Food wurde gerade erst in Amerika erfunden.

Auch im Kühlschrank reihten sich keine Fruchtzwerge aneinander. Es gab kein Babybel, keine Reiswaffeln, Maiswaffeln, Schokokekse, keine extra Portion Milch, Fertiggläschen und -Gerichte.

Was Oma nicht kochte, war nicht vorhanden.

Es gab keine Alternativen.

Kinderernährung war leichter und schwerer zugleich.

Leichter, weil es einfach keine Alternative gab. Wenn das Kind das Essen verschmäht, konnte kein Erdbeerjoghurt aus dem Kühlschrank gezaubert werden: „Da ist dann ja wenigstens Obst drin ;-)“.

Es gab auch keinen Fernseher den man einschalten konnte, um das Kind soweit abzulenken, dass es etwas isst.

Auch das Tablet war als Esshilfe noch nicht erfunden.

Es war also klar, es wird gegessen oder es gibt lange nichts.

Am Alltag meiner Oma wird auch klar, sie hat verdammt viel Zeit mit Nahrungsbeschaffung und Zubereitung verbracht.

Zeit aufzuwenden für Nahrungsbeschaffung und Nahrungszubereitung ist heute aber nicht wirklich anerkannt. Es gibt für alles eine schnelle, smarte Lösung. Dumm wer sie nicht nutzt ?!

Angesichts der steigenden Zahlen an übergewichtigen Kindern, Diabetes im Kindesaltern, Kindern mit Fettleber und steigenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen würde ich denken:

Nein, gar nicht dumm!

Es lohnt sich absolut noch einmal zu überdenken, wie viel Zeit man für Essenzubereitung aufwendet. Denn die gute Nachricht: Dank vieler smarter Küchenhelfer und tollen Rezepten brauchen wir nicht mehr ewig in der Küche stehen.

Wir brauchen also Know-how und einen klaren Fokus.

Ernährung ist ein Erziehungsauftrag

Wer schon mal einen Kurs bei mir belegt hat weiß, ich bin nicht dogmatisch, aber bei diesem Thema, kann ich echt streng werden.

Denn wenn wir diesen Erziehungsauftrag mal so richtig gegen die Wand fahren, hat unser Kind  sein Leben lang etwas davon.

Kinder die als Kind oder Jungendlicher einen Typ2 Diabetes bekommen, haben statistisch gesehen eine Lebenserwartung von 70 Jahren.

Nun kann man da natürlich hoffen, dass die Medizin sich weiter entwickelt oder diese Zahl schlichtweg nicht stimmt.

Vielleicht denkst du auch: „Och, so schlimm, ist es bei uns nicht. Mein Kind ist komplett normalgewichtig. Ich bin froh wenn es überhaupt etwas isst.“

Oder aber man krempelt die Ärmel hoch und fühlt sich ab heute für die Ernährung seines Kindes verantwortlich. Denn leider, leider, leider tut das ansonsten keiner. Das darf ich dir aus langjähriger Erfahrung, mit Essen in Gemeinschaftseinrichtungen, sagen.

Und bevor du dich jetzt komplett schlecht fühlst, gib deinem Kind ein: „High-Five“. Es ist dein Kind und clever genug dich mal eben, mit all deinen guten Vorsätzen bezüglich Ernährung, ausgehebelt zu haben. – Sehr cool! Da kannst du stolz drauf sein!

Nachdem wir uns jetzt darüber gefreut haben, dass dein Kind super clever ist, aber nicht clever isst, heißt es Ärmel hoch rollen. Jetzt geht es wirklich los! Ab heute bist du smarter als dein Kind!

Meine 5 Wege zu einer coolen, gesunden Ernährung

Coolness-Faktor Nr 1: Es gibt kein gesundes Essen mehr!

Gesundes Essen - Gibt es nicht!

Dein Essen ist nicht gesund, sondern lecker!

 

Hatte ich nicht eben gesagt, es gibt ab jetzt gesund???

Was ich meine: Ändere dein Wording, deine Kommunikation bezüglich Essen. Es gibt ab heute kein gesundes Essen mehr. Mach dir eins klar: Gesundes Essen ist uncool!!!

Mach dein Essen ab jetzt schon sprachlich zu einem echten Highlight. Kündige es ab jetzt so an, als gäbe es heute das Essen, auf das die Menschheit gewartet hat!

Du hast es zubereitet und gekocht!

Es ist super lecker und dein Kind darf mitessen.

Wichtig!

Es ist es DEIN superleckeres Essen. Du kochst für dich und lädst dein Kind ein mitzuessen. Es darf essen, es muss nicht essen!

Solange du ein gesundes, normalgewichtiges Kind hast, musst du dir keine Sorgen machen. Es wird dir nicht verhungern, versprochen!!!

Finde am besten noch einen coolen Namen für dein Essen! Wie viel cooler ist es Loch-Ness-Suppe zu essen anstatt schnöder Erbsensuppe?

Inspiration gefällig?

Dann schau hier.

Wenn dein Kind es nicht mag, zeig auf gar keinen Fall Enttäuschung!

Denke:  „Sehr, sehr geil! Mehr für mich!“

Übertrieben?

Nein, auf gar keinen Fall. Probier es aus. Du wirst dich wundern was passiert!

Coolness-Faktor Nr 2: Step by Step

Gesunde Ernährung Step by Step

Überfordere dich nicht, sondern nimm einen Schritt nach dem nächsten.

Schmeiße nicht von jetzt auf gleich alles über den Haufen. Schau dir an was gut läuft und setze da an.

Gibt es ein Gemüse das dein Kind gerne isst?

Dann schau doch mal nach unterschiedlichen Rezepten.

Wenn es Paprika gerne isst, bring es in unterschiedlicher Form auf den Tisch. Roh, als gefüllte Paprika, in der Nudelbolognese. Vielleicht schaut ihr auch gemeinsam nach leckeren Paprikarezepten.

Biete vor jeder Mahlzeit Rohkost an. Klein geschnippelte Gurken, Paprika, Cocktail-Tomaten. Was du und dein Kind gerne esst. Und auch hier wieder wichtig. Nicht aufdrängen!

Am besten selber mit Begeisterung essen. „Hmmm, die Cocktail-Tomaten sind super lecker! Magst du nicht? Cool, mehr für mich!!!“

Coolness-Faktor Nr.3.: Dafür bist du noch nicht groß genug!

Leider zu klein für gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung, oft nur eine Frage der Perspektive!

Wenn dein Kind etwas nicht essen oder probieren möchte, ist es auch  sehr cool zu sagen: „ Ahh, ja wie konnte ich das vergessen??? Da bist du noch nicht groß genug für!“.

Das kannst du im Extremfall sogar noch erweitern. Dein Kind isst nur Nudeln mit Tomatensauce? Ok, kein schlechtes Essen. Dann gibt es für dein Kind ab heute nur noch Nudeln mit Tomatensauce. Für dich gibt es Essen für Große. Das darf man erst ab einem bestimmten Alter essen. Also nichts für dein Kind!

Nichts ist spannender für Kinder (und das klappt auch bei Teenies noch, versprochen 😉 ) als verbotene Dinge. Also mach dein Essen rar. Schwer verfügbar. Du hast hier dein köstliches Essen für Große und dein Kind sein…. Kinderessen.

Wenn du das konsequent durch hältst, wird dein Kind irgendwann anfangen unbedingt von deinem Essen probieren zu wollen. Selbst der größte Nudelfan hat nach 3 Wochen Nudeln mit Tomatensauce, die Nase voll!

Coolness-Faktor Nr.4. Kocht gemeinsam!

Gesunde Ernährung beginnt mit gemeinsamen Kochen

Die Küche: Schule nicht nur für gesunde Ernährung

Das ist nicht nur ein Tipp für Teenie-Eltern, sondern auch für kleinen Kinder. Es gibt für alle immer etwas zu tun! Ja, es dauert länger, aber du schenkst deinem Kind hier etwas absolut wertvolles. Intensive Zeit mit dir! Wie wertvoll es ist, erkennst du vielleicht an deinen eigenen Kindheitserinnerungen. Hast du mit deiner Mutter in der Küche gestanden und Kuchen gebacken? Kennst du den Geruch von frisch gebackenen Plätzchen der durchs Haus zieht? Aber auch selbst gebackenes Brot oder der Geruch vom Lieblingsessen löst schon sehr starke Gefühle in uns aus. Nimm dein Kind mit in die Küche! Du schenkst ihm so viel!

Zum einem wundervolle Erinnerungen, aber darüber hinaus noch viel, viel mehr. Die Küche ist die beste Lehrerin die es gibt. Hier lernt dein Kind: Feinmotorik, Lebensmittelkunde, Maßeinheiten, Rechnen und Lesen.

Ich erlebe es bei Kinderkochkursen immer wieder, wie viel Spaß es ihnen bereitet zu kochen. Wenn du wissen möchtest was mein nettestes Erlebnis in der Klasse meiner Tochter war, schau dir gerne das Video an!

Hast du ein kleines Kind und weißt nicht wie du es umsetzen sollst? Dann habe ich einen Buchtipp für dich: Edith Gätjen: Lotta lernt essen. Hier ist alles was Lotta, Kindergartenkind schon selber kann fett gedruckt. Den Link zum Buch findest du unten.

Coolness-Faktor Nr.5 Werde zur Bad-Mom

Bad Mom - so isst dein Kind Gemüse

Gesunde Ernährung – Ein Fall für die Bad Mom

und hab nicht immer und überall essen am Start!

Reih dich nicht ein in den Mütter-Sport: Wer hat die meisten Tupperdosen.

Ja, dein Kind sollte ein bis zwei Zwischenmahlzeiten haben. Aber da reicht je nachdem ein Apfel, ein Joghurt oder eine Banane. Es muss nicht immer alles auf einmal sein, damit dein Kind wählen kann, zwischen all den guten Dingen!

Sei gerne Bad Mom. Es macht das Leben so viel leichter! Dein Kind muss nicht direkt schon im Schwimmbad unter der Dusche den nächsten Keks gereicht bekommen (kein Witz, ich war dabei, jede Woche!). Es ist nach dem ersten Lebensjahr in der Lage einen kleinen Bedürfnisaufschub zu lernen. 30 Minuten bis ihr wieder zu hause seit. Das geht!

Wir dürfen uns nicht wundern, mäkelige Kinder zu haben, wenn wir sie immer und überall mit Essen bedienen. Die meisten Kinder haben schlichtweg keinen Hunger!!!

Sie können es sich leisten wählerisch zu sein, denn das Bodenpersonal hält ja jederzeit, kleine Döschen voller Goddies für sie bereit ;-).

Strebe unbedingt die Beförderung vom Bodenpersonal zur Bad Mom an. Bad Moms sind cool!

Extra-Tipp

Und hier mein ultimativer Extra-Tipp für dich:

Mach eine Zuckerfrei-Challenge!

Gesunde Ernährung - eine Zuckerfrei-Challenge hilft

Zuckerfrei-Challenge mit und ohne Kids ein Erlebnis!

Mache einen Zucker-Break! Sprich mit deinen Kind, deiner Familie mal über den Zuckerentzug für 6 Wochen. Hierbei reicht es, wenn dein Kind auf Süßigkeiten fastet. Es muss nicht unbedingt komplett auf Zucker sein.

Vielleicht fragst du dich welches Kind freiwillig auf Süßigkeiten verzichtet. Grundsätzlich lassen sich Kinder sehr oft sehr einfach für solche Gemeinschaftsaktionen begeistern, wenn es eine coole Aktion danach gibt. Das muss aber wirklich etwas sein, das möglichst allen Spaß macht und einen echten Anreiz darstellt. Bei unserer ersten Fastenaktion habe ich den Kindern versprochen, dass wir danach in die Eisdiele gehen und sich jede das Eis aussuchen darf, das sie möchte. Vielleicht esspädagogisch nicht die beste Aktion, aber das war so ein grosser Anreiz, dass alle 3 mitgemacht haben. Wir lachen uns heute noch darüber kaputt, dass meine Mittlere den gewählten  Snickers-Becher im Stehen essen musste, weil sie ansonsten nicht dran gekommen wäre.

Ich habe noch einige lustige Anekdoten aus unseren Zucker-Fastenzeiten. Es sind mit die schönsten Erinnerungen. Sie werden immer wieder gern erzählt.

Den größten Erfolg hat der Süßigkeitenverzicht bei meiner Jüngsten erzielt. Sie war als Kindergartenkind verrückt war nach Süßkram und hat uns die Nachmittage zur Hölle machte, mit Gequengel nach Süßigkeiten. Gebetsmühlenartig alle paar Minuten. Es war so unglaublich nervig, dass ich sehr, sehr oft nachgegeben habe. Und dann war nicht etwa gut. Nach ca. 30 Minuten ging es wieder los.

Nach der ersten Zucker-Fastenzeit war damit Schluss! Sie hatte es schlichtweg vergessen, bzw. Hier war endlich der Kreislauf der Zuckersucht durchbrochen worden. Seit dem ist sie eigentlich immer dabei, wenn wir auf Zucker fasten. Eins ist jedoch für mich klar, Kinder müssen freiwillig mitmachen wollen. 

Also ist es an dir jetzt eine coole Aktion zu finden, die deine Kinder so richtig hinter dem Ofen hervor holt.

Noch ein Tipp: Lass sie zu Zucker-Detektiven werden. Auch Teenies lassen sich für das aufspüren von Zucker begeistern.

Auch hier habe ich noch zwei Inspirationen für dich:

  1. Meine kostenlose 5-Tage Zuckerfrei-Challenge . Da bekommst du noch mehr Tipps rund um das zuckerfreie Leben.
  2. Gemeinsam haben meine Tochter Jule und ich letztes Jahr 40 Tage auf Zucker gefastet. Viele Tipps, Rezepte und Ideen zum Thema Zuckerfrei mit Kindern, findest du hier: 40 Tage Zuckerfrei-Challenge
  3. Meine online Workshops: Deine Küche rockt. Zusammen mit meiner Tochter Jule kochen wir 2,5 Stunden lange unsre Lieblingsrezepte. Aber der Workshop kann noch mehr. Du erhältst tolle Rezepte, Ebooks und Worksheets zum jeweiligen Kurs. Außerdem enthält jeder Kurs noch ein weiteres Umsetzungsmodul und das zu einem unglaublichen Preis. Schau mal rein!

1. Deine Küche rockt – Schnelle Küche

2. Deine Küche rockt – Süßes Zuckerfrei.

 

Was sind deine besten Tricks für eine coole Küche? Ich freu mich über deinen Kommentar. Aber auch über Fragen und Anmerkungen! Wenn du mir den Tag versüßen möchtest, teile den Beitrag gerne auf Facebook oder pinne ihn auf Pinterest.

Zum Schluss noch mein Buch-Tipp  mit Link zum Buch von Edith Gätjen: Lottas Lieblingsessen

Hab einen wunderschönen Tag!

 

Nicola Herrmann