Gastartikel Schneller, höher, weiter…wie schnell lassen wir uns unter Druck setzen, gerade was die Entwicklung unserer Kinder betrifft. Aus Angst etwas falsch zu machen oder aber einen günstigen Zeitpunkt zu verpassen, fangen wir lieber früher an als später. Warum es aber durch aus Sinn machen kann, zu warten davon berichtet Miriam von How I Met My Momlife. Ich freue mich sehr, dass Miriam sich bereit erklärt hat, ihre Geschichte hier zu erzählen. Und das nicht aus dem Grund dir Angst zu machen. Sondern dich zu ermutigen dich zu informieren, auf dein Bauchgefühl zu hören und einfach mal langsam zu machen, auch wenn alle anderen um dich herum so viel schneller unterwegs zu sein scheinen. Vielen, vielen Dank für deine Geschichte liebe Miriam.

Die Angst vor der Beikost

Das Thema Beikost löste seit der Beikostgeschichte meiner ersten Tochter Bauchschmerzen bei mir aus. Bei ihr habe ich damals mit genau vier Monaten mit dem ersten Brei angefangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich als Neu-Mama relativ uninformiert und orientierte mich zu viel im Außen.

Einerseits stand auf den fertigen Gläschen im Supermarkt „ab dem 4. Lebensmonat“ und andererseits sah ich, wie alle Mütter mit gleichaltrigen Kindern langsam mit dem Brei starteten. So dachte ich wenig nach und kaufte ein paar Gläschen Karottenbrei.

Ich freute ich, dass meine Tochter sofort ein paar Löffelchen Brei zu sich nahm und steigerte die Breimenge relativ schnell weil ich bei anderen sah, dass deren Kinder schon ganze Gläschen verdrückten. So saß ich teilweise eine halbe Stunde mit meiner Tochter am Tisch und schob Löffel für Löffel in ihren Mund. Dass meine Tochter damals noch den Zungenstoßreflex hatte und auch sonst noch nicht alle Beikostreifezeichen erfüllte, war mir nicht klar.

Verstopfung nach der Beikost-Einführung

 

Nachdem wir ein paar Wochen fleißig Brei gefüttert hatten bekam meine Tochter immer mehr Probleme mit ihrer Verdauung. Ich merkte, dass sie sich immer schwerer Tat ihr „großes Geschäft“ zu verrichten. Irgendwann hatte sie mehrere Tage keine volle Windel mehr, bemühte sich aber sichtlich ihren Darm zu entleeren. Sie presste immer wieder und weinte sogar manchmal dabei. Intuitiv wusste ich, dass ich nicht warten werde bis sich das Problem von alleine „löst“ und ging zum Kinderarzt. Dieser half meiner Tochter ihren Darm zu entleeren und gab uns sogar noch Abführmittel für sie mit, falls sie sich noch einmal so schwer tun sollte. Hätten wir länger gewartet wäre es vielleicht sogar zu einem Darmverschluss gekommen!

Bei einem Darmverschluss sind der Dünndarm oder der Dickdarm verschlossen oder gelähmt. Dadurch gerät der Weitertransport von Nahrungsbrei und Flüssigkeiten im Darm ins Stocken – und der Darminhalt staut sich. Handelt man nicht, kann es im schlimmsten Fall zu einem Absterben von Darmteilen kommen oder dazu, dass der Darminhalt durch die Darmwand durchbricht. Dies führt dann wiederum zu einem Schock oder einer Infektion. Ein Darmverschluss ist also ein ernst zu nehmendes Risiko – auch bei der Beikost-Einführung durch Verstopfung!

Vor allem beim Beikost-Start ist es wichtig, dass das Baby und sein Körper bereit für diesen Schritt sind. Selbst wenn das Kind viele Beikost-Reifezeichen erfüllt muss das noch nicht heißen, dass auch sein Darm bereit für die „feste“ Nahrung ist. Es ist für die Eltern also von großer Wichtigkeit ihr Kind nach der Einführung der Beikost zu beobachten – einschließlich des Stuhlgangs.

Wann man handeln sollte:

wenn kein Stuhlgang über mehrere Tage (auch kein Pupsen) stattfindet
wenn das Kind einen prall gespannten Bauch durch die vermehrte Gasansammlung im Darm hat
wenn das Baby sich sichtlich bemüht (durch Pressen) – dies aber keinen Erfolg bringt
wenn es Bauchschmerzen hat (weinerlich ist)
wenn es im Zuge dieser Verstopfung Fieber hat oder erbricht

 

Behandlung

Zunächst kann man selbst versuchen seinem Kind zu helfen. Bauchmassagen, beim Pressen die Knie zum Bauch ziehen, den Schließmuskel stimulieren, etc. Wenn keine Besserung eintritt bitte unbedingt den Kinderarzt hinzu ziehen.

 

Unser Kinderarzt hat damals Letzteres gemacht und uns Einmal-Pipetten mit Abführmittel gegeben. Bitte hier immer vom Arzt aufklären lassen und nicht einfach selbst etwas kaufen und rumdoktern.

Aufs Bauchgefühl hören

Bei meiner zweiten Tochter bin ich viel entspannter was das Thema Beikost angeht. Ich habe sie 6 Monate voll gestillt und füttere seitdem immer nur ein paar Löffel Brei. Mehr möchte sie einfach nicht essen und das ist absolut ok. Auch mit ein paar Löffeln Brei bekommt sie Nährstoffe und lernt erste Lebensmittel kennen. Wenn sie bereit ist wird sie von ganz alleine mehr zu sich nehmen und ich werde sie aufmerksam dabei begleiten.

Alles Liebe für euren Beikost-Start!

 

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