Interview Stefan Keupp: Schlaganfall mit 31 – Kampf zurück ins Leben

 

 

Die Reihe zuckerfreie Erfolgsgeschichten wird heute um Stefans Geschichte erweitert. Stefan hatte, im Alter von 31 Jahren, einen Schlaganfall und  berichtet  uns, wie er wieder zurück ins Leben gefunden hat.  Zivilisationskrankheiten wie Schlaganfälle und Bluthochdruck und Diabetes. Das verbindet man mit dem Alter, wie kam es dazu und was hat sich in deinem Leben geändert?

Stefan: Ich bin Stefan Keupp und hatte vor sechs Jahren einen Schlaganfall. Ich habe 6 Jahre gebraucht um wieder ins Leben zurückzufinden und habe heute immer noch leichte Einschränkungen. Was mir extrem aufgefallen ist, ich bin von Arzt zu Arzt gelaufen, aber keiner hat sich dabei interessiert wie meine Ernährung aussieht. Das finde ich unglaublich schade, denn das ist etwas, was wir selbst steuern können und nicht viel kostet.

Wie hast du dich von deinem Schlaganfall ernährt und glaubst du das es, was damit zu tun hat?

Ich denke zumindest zu glauben zu wissen, warum mein Körper mir dieses Signal gegeben hat.  Zu diesem Zeitpunkt habe mich nur von Fertiggerichten ernährt. Ich bin Fitness-Trainer und war es auch schon zu der Zeit. Und siehe da auch ein ausgebildeter Trainer kann sich in diese Abwärtsspirale begeben.  Ich habe zu der Zeit 60 Stunden gearbeitet, war selbstständig. und wollte mir eine Elektrode nehmen. Gab es dann auch geschafft. Aber zu welchem Preis? Was ich damit angerichtet habe? Ich habe  Raubbau betrieben.

Warst du denn zu der Zeit übergewichtig?

Nee, das ist genau der Trugschluss. Nicht nur übergewichtige bekommen diese Zivilisationskrankheiten. Ich hatte einen kleinen Bauchansatz. Aber ich war nicht übergewichtig.

Nicola: Das ist mir auch wichtig zu betonen. Man hat ja immer das Gefühl, wenn du nicht dick bist, kannst du eigentlich essen, was du willst.  Ich kenne das auch von  Müttern, die sagen: “ Hauptsache, das Kind isst überhaupt etwas. Dabei ist es überhaupt nicht egal was unsere Kinder essen. Wir investieren in die Gesundheit unserer Kinder.

Stefan: Das ist richtig. Ich möchte auch noch kurz betonen, dass mein Schlaganfall nicht nur aufs Essen zurückzuführen ist. Da gab es mehrere Faktoren. Essen ist aber einer davon. Nach dem Schlaganfall war es wirklich so, dass ich eigentlich mit einem Kleinkind vergleichbar war. Ich konnte eigentlich gar nichts. Ich war halbseitig gelähmt. Musste alles wieder neu lernen. Ich musste neu lernen, sprechen, laufen, Springen, Gleichgewicht und der zwischenmenschliche Faktor ist immer noch da. Und das hat noch schwierig für mich. Hier muss ich wieder ganz neu lernen.

Was hat sich verändert seitdem du ohne Zucker lebst?

Stefan: Ich bin seitdem ich auf meine Ernährung achte kaum noch mehr krank. Ich bin geistig und körperlich fitter und auch die Verdauung ist super. Das höre ich immer wieder. So viele Menschen haben Probleme mit ihrer Verdauung. Ernährung ist das A und O. Ist die Basis. Wenn die Basis nicht stimmt, kann ich nicht fit sein.

Nicola: Ich finde es total spannend, in Deutschland  ist das liebste Kind das Auto.  Da ist völlig klar, in das gute Stück kommt nur das Allerbeste rein. Das teuerste Motoröl. Während bei unserem Essen, unsere Geiz ist geil Mentalität, voll durchschlägt. Wir denken, wir können uns gute Ernährung nicht leisten. Dabei ist doch ehr die Frage: „Können wir es uns leisten, es uns nicht zu leisten.“

Stefan: Wir haben lange Buch geführt über unsere Ausgaben. Und natürlich sind gute Lebensmittel teuer. Aber wenn du mal zusammen rechnest was du mal eben für einen Coffee to go oder dein belegtes Brötchen ausgibst, dann kommst du auf ganz ähnliche Beträge. Das finden aber alle ganz normal.

Nicola: Tatsächlich ist Bio auch teurer, wenn man seine Ernährung nicht anpasst. Genauso weiter isst wie vorher. Dann ist es tatsächlich teurer. Wenn man aber auf regionale, saisonale Produkte zurückgreift. 1-2x die Woche Fleisch ist und die Fertigprodukte weglässt, ist es nicht teurer. Wie ging es bei dir weiter?

Stefan: Ich hatte schon kurz nach dem Schlaganfall  eine Reha  und da bin ich wieder mit dem Thema Ernährung, Sport,  in Kontakt gekommen. Danach habe ich mit meiner Frau gesprochen und wir haben überlegt, ob wir unsere Ernährung komplett umstellen sollten. Zuerst wollten wir nachvollziehen was wir überhaupt essen. Wir haben einen Rundumschlag gemacht. Wir haben alles an Fertigprodukten rausgelegt. Haben uns vorgenommen erst einmal nicht aufs Geld zu schauen, sondern haben überlegt: Was ist gesund. Uns war auch wichtig, möglichst regionale Lebensmittel zu verwenden z.B. Chiasamen statt Leinsamen. Außerdem hatte ich keine Lust mehr die vielen Zustatzstoffe. Bei Bio sind nur 50 anstatt 150 erlaubt. Das hat es einfacher gemacht und die Entscheidung Bio war getroffen.

Hat es denn irgendeine Initialzündung gegeben?

Bei mir war die Initialzündung die, ich habe von Ärzten immer nur ein Schulterzucken bekommen, auf meine Frage wo der Schlaganfall herkommt.  Ich habe mich daraufhin hingesetzt und mal die Steinchen zusammen gefügt. Ernährung, Rauchen, Stress. Dann habe ich mich gefragt: Was kann ich am schnellsten, am unkompliziertes ändern.

Nicola: Und dann hat es langsam umgestellt und du hast dann auch gemerkt, dass es dir besser geht. Wie war das?

Stefan: Am Anfang waren wir schon auf uns alleine gestellt, da viele das Thema belächelt haben. Ich habe mir  gesagt: Ich hatte einen Schlaganfall. Ich mache es jetzt nicht anderen recht. Wenn es mir gut geht, dann kann ich vielleicht anderen auch zur Seite stehen. Wir haben dann wirklich von jetzt auf gleich komplett geumgestellt und versucht, erst einmal alle Zuckerfallen wegzulassen. Jegliche Zusatzstoffe. Wir haben angefangen, selber zu kochen und einzukaufen. Ich bin dann auch in der Umstellung angeeckt. Aber ich habe gemerkt wie viel besser es mir mit der neuen Ernährung gegangen ist. Ich bin nicht mehr so gereizt. Ich bin klarer geworden.

Nicola: Du hattest Unterstützung von deiner Frau, die hat ja voll mitgezogen.

Stefan: Ich bin heilfroh, dass ich so eine starke Frau habe. Am Anfang hat sie es ein bisschen belächelt, aber als sie meine Erfolge gesehen hat und auch selber gespürt hat, was sich verändert, war sie voll dabei. Und das ist so wertvoll. Ich kann jedem nur empfehlen sich einen Sparringspartner zu suchen. Das muss nicht der eigene Partner sein. Aber jemand mit dem man sich austauschen kann und der einen unterstützt.  Im nächsten Schritt habe ich dann angefangen nach guten Lebensmitteln zu suchen. Das war sehr zeitintensiv. Deshalb war relativ schnell die Idee geboren einen online Shop zu gründen. Mit guten Produkten und wo wir die Menschen kennen, die die Lebensmittel produzieren. Wir waren bei den Leute vor Ort. Haben uns angeschaut wie die Sachen angebaut werden. Das war uns wichtig. Uns hat die Frage angetrieben: Was kommt nach uns? Unterstützen wir Bauern die ein funktionierendes Ökosystem haben oder eben nicht.

Nicola: Wahnsinn, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, eure Produzenten einzeln zu besuchen. Das ist schon, das ist schon toll. Das finde ich ganz großartig. Seit Anfang letzten Jahres mit dem Schopp gestartet, ist das richtig?

Ja wir sind am Anfang des Jahres gestartet und wer von deinen Hörern Interesse hat, kann sehr gerne einen Rabattcode bekommen und mit diesem Rabattcode bei uns einkaufen.

Nicola: Das ist super. Vielen Dank dafür! Ich bin mir sicher das werden einige nutzen, vor allem jetzt in der Corona Zeit. Gibt es noch etwas was du unseren Hörern mit auf den Weg geben möchtest?

Stefan: Keine Angst vor Veränderung! Ich würde mich freuen, wenn wir mit diesem interview die  Menschen ermutigen, nicht zu warten bis die Gesundheit am Boden ist, sondern einfach anzufangen.

Lieber Stefan, ich danke dir für deine Zeit und das du uns deine Geschichteschichte erzählt hast.

 

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