Die drei häufigsten Fragen zum Thema Beikost, die mir als Hebamme immer wieder gestellt werden sind:

  1. Wann beginne ich mit der Beikost
  2. Wie füttere ich den ersten Löffel
  3. Was füttere ich meinem Baby

In diesem Artikel gebe ich dir einen kurzen Überblick über die drei häufigsten gestellten Fragen zur Beikost.

Wann beginne ich mit der Beikost?

Die Empfehlung im deutschsprachigen Raum lautet: Frühestens mit Beginn des 5. Lebensmonats ( LM), spätestens mit Beginn des 7. LM, mit der Beikost zu beginnen. Aha!

Beikost, 1. Löffel

Aber wann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für dich und dein Baby gekommen? Ich empfehle dir gut zu schauen was dein Kind möchte, aber auch was du möchtest. Vielleicht ist dein Baby mit Beginn des 5. LM noch nicht bereit Beikost zu essen. Es findet den Löffel vielleicht interessant, schiebt den Brei aber immer wieder raus. Vielleicht denkst du: „Oh je, mein Kind mag keinen Brei“ oder „Mein Kind mag das Gemüse nicht“.

Die gute Nachricht: Du kannst dich entspannen :-). Oftmals ist mit Beginn des 5. LM der sogenannte Zungenstreckreflex noch nicht verschwunden. Das Rausschieben des Breis hat also nichts mit Ablehnung zu tun, sondern ist nur der Tatsache geschuldet, dass der Reflex noch nicht verschwunden ist.

Warte vielleicht einfach noch ein wenig  und versuche es dann, nach einem zeitlichem Abstand noch einmal neu. Natürlich kannst du deinem Baby auch weiterhin Brei anbieten. Du solltest dich aber nicht darüber ärgern, dass dein Baby den Brei immer wieder raus schiebt. Denn sonst ist der Stresstisch vorprogrammiert! Wenn es gar nicht klappt, darf dein Baby den Brei auch von deinem Finger lutschen. Versuche dich möglichst wenig von Altersangaben stressen zu lassen. Schau was für dich und dein Baby passt. Auch dein Kind wird essen lernen, das steht fest!

Wie füttere ich?

Vielleicht fragst du dich, wie du es mit dem Füttern machen sollst. Wenn du Lust dazu hast, würde ich dir empfehlen, dich von einer anderen Person einmal blind füttern zu lassen. Stell dir vor, wie es ist, nichts zu sehen und du bekommst den 1. Löffel von dem du nicht weißt was darauf ist. Du bekommst den 2. Löffel und beim 3. Löffel beschließt dein Partner dir statt Möhre, Spinat zu füttern.  Stell dir vor wie es ist etwas komplett anderes im Mund zu haben, als das womit du gerechnet hast. Tapfer isst du  weiter und gewöhnst dich langsam an den Geschmack und dann kommt, wieder ohne Vorwarnung  die nächste Geschmacksrichtung. Zwischen den Löffeln putzt dein Partner dir ständig mit dem Löffel oder einem Tuch den Mund ab. Stell dir vor wie sich das anfühlt!

Vielleicht kannst du dir jetzt besser vorstellen wie es sich für dein Baby anfühlt gefüttert zu werden. Natürlich sieht dein Kind was auf dem Löffel liegt. Es weiß aber nicht, wie es schmeckt. Du musst deinem Kind Zeit lassen, sich an jeden neuen Geschmack zu gewöhnen, ihn kennen und lieben zu lernen. Biete deinem Kind den Brei immer wieder an. Dabei ist ganz wichtig: Dein Kind darf essen, es muss nicht essen!

Welche Gläschen und Breie eignen sich für mein Baby?

Hier heißt es Etiketten zu lesen! Grundsätzlich gilt für alle Gemüsegläschen  und Breie: es sollte keine Gewürze,  Zucker oder andere Süßungsmittel enthalten sein und es sollten nicht mehr als 5-6 unterschiedliche Lebensmittel darin verkocht sein. Das schränkt die Auswahl an Gläschen schon stark ein. Bei den Fertigbreien bleiben fast alle auf der Strecke!

Einfacher und billiger ist es natürlich, wenn du  selbst für dein Baby kochst. Natürlich kannst du auch Fertigbreie kaufen, dass macht dich nicht zur Rabenmutter. Wenn du es aber irgendwie zeitlich hin bekommst, koche selbst. Hier sind  nur ein paar gute Gründe, warum du dir die Mühe machen solltest:

  • Du weißt was drin ist.
  • Es sind hochwertige Fette enthalten, die der Fertignahrung nicht ausreichend vorhanden sind.
  • Selbstgekochtes ist reicher an Vitamin C.
  • Es ist billiger.
  • Selbstgekocht schmeckt immer ein bisschen anders, das ist ein hervorragendes Training für den Familientisch.
  • Wenn du bis jetzt noch nicht viel gekocht hast, ist es eine super Gelegenheit in die Routine zu kommen.

 

Mehr zum Thema Brei findest du hier: Zucker in Babybreien

Selber kochen geht ganz einfach. Hier ein Rezept für einen Möhren-Kartoffelbrei:

Gemüse-Kartoffel-Brei

100 g         Gemüse    (Möhre, Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Pastinake)
50 g           Kartoffeln
1 EL           kalt gepresstes, natives Raps- oder SonnenblumenölIMG_9970

  • Das Gemüse säubern, evtl. schälen und in 1-2 cm große Stücke und die Kartoffeln in feine Scheiben schneiden.
  • Mit Wasser bedecken und im geschlossenen Topf ab dem Kochen in etwa 8 Minuten bissfest garen.
  • Schneide für die Variante mit Fleisch 20 g Fleisch klein und gare es mit dem Gemüse und den Kartoffeln.
  • Beim Dämpfen im Dampfgarer verkürzt sich die Zeit auf 5 Minuten.
  • Anschließend das Gemüse, die Kartoffeln und ggf. das Fleisch mit dem Wasser pürieren.
  • Das Fett hinzufügen..

Ich hoffe dieser kleine Artikel konnte dir in einigen Fragen weiter helfen.

Gerne begleite ich dich auch durch die gesamte Beikostzeit mit meinem online Kurs: Von der Milch zum Brei.  Du erfährst alles über die Beikost, ganz bequem zuhause, in 12 kurzen Videoeinheiten. Für deine Fragen gibt es eine exklusive Facebookgruppe.

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Was sind deine Erfahrungen/Fragen zum Thema Beikost? Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

Herzliche Grüße

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